Presseartikel zu den Tala-Büchern:

    Leserkanone.de Exclusiv-Interview mit Maria Hermann vom 5. September 2019
    Artikel vom 28. Oktober 2016 von Bettina Gröber, Badische Zeitung
    Am 9.10.2016 erschien dieser Artikel in "Der Sonntag" in Südbaden
    Artikel in der Badischen Zeitung im Oktober 2015
    Artikel der Badischen Zeitung von Martina Faller
    DREI FRAGEN AN Charlotte Wunderlich, die die Hauptrolle im neuen Tanztheaterprojekt der Staufener Ballettschule spielt


Leserkanone.de Exclusiv-Interview mit Maria Hermann vom 5. September 2019:

Kürzlich veröffentlichte Maria Hermann den zweiten Band ihrer »Vielwelten-Trilogie«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch und die Reihe, über die Entstehungsgeschichte und das Veröffentlichen ohne Verlag:

– Frau Hermann, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Tala und der verschollene Weise«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es und die zugehörige »Vielwelten-Trilogie« unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Die Vielwelten-Trilogie ist eine Fantasy-Reihe mit Science- Fiction Elementen. Die Geschichte spielt in den 'Vielwelten' das sind sozusagen Parallelwelten, die nebeneinander existieren. Im Großen und Ganzen geht es um die Frage wem Wissen gehört und was passiert, wenn Gedanken und Wissen nicht länger frei sind, sondern von einer mächtigen Elite abgehört und kontrolliert werden. Es geht aber auch um Rebellion gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit, um Freundschaft, Liebe, die Kraft des Geistes und das Erwachsenwerden der jungen Protagonistin Tala.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Reihe ans Herz legen?

Ich denke, wer die 'Harry Potter' Bücher gerne gelesen hat, 'Der goldene Kompass' und 'Die Chroniken von Narnia' mag, wer die Energie von 'Ronja Räubertochter' liebt, und wen die Geheimnisse und die Komplexität von 'der Name des Windes' fasziniert haben, der wird auch die Vielwelten- Romane gerne lesen. Noch zu erwähnen sind die Bücher von Michael Ende und ein bisschen haben meine Bücher sogar etwas von den Romanen von Jules Verne.

– Haben Sie literarische Vorbilder?

Definitiv Pat Rothfuss (The Kingkiller Chronicles), er ist für mich ein Meister, einer der es schafft sehr viel mehr zu erzählen, als die gedruckten Worte eigentlich ausdrücken. Eine Mehrdimensionalität die ihresgleichen sucht. Außerdem finde ich die Erzählweise von J.M Barrie einzigartig. Im Grunde inspirieren mich aber alle, die es schaffen auf ihre ganz persönliche Weise lebendige und wahre Geschichten zu erzählen: Tolkien, Ende und Lindgren, Rowling, Saint-Exupéry, und auch die Altmeister von Schiller bis Shakespeare (die Wortspiele und -Neuschöpfungen von Shakespeare sind einfach genial!)

– Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Seit einigen Jahren stehen die Bücher von Patrick Rothfuss (Der Name des Windes, Die Furcht des Weisen, Die Musik der Stille) ganz vorne auf meiner Lieblingsbücher- Liste. 'Die unendliche Geschichte' von Michael Ende ist meine Bibel. Ich würde sogar behaupten, dass die Bilder, die Ende in diesem Buch malt tiefer in die Wirklichkeit hineintauchen, als alle Philosophie Bücher dieser Welt zusammen (und ich begeistere mich sehr für Philosophie). Meine neuste Entdeckung ist das Buch 'Wind, Sand und Sterne' von Antoine de Saint-Exupérie- die Sprache darin hat mich umgehauen!

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Fantasyromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihrer Reihe, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Diese Geschichte ist so besonders weil sie nicht für irgendwen geschrieben wurde. Weder für mich, noch für das spezielle Programm eines Verlages, noch für eine bestimmte Zielgruppe. Sie wurde um ihrer selbst Willen geschrieben, weil ich einfach nicht anders konnte. Sie musste raus. Raus in die Welt. Sie ist eigensinnig, zugleich einfach und komplex, wie das Leben und die Persönlichkeit eines Menschen. Die Geschichte von Tala berührt ein großes Geheimnis, das tief in jedem von uns verborgen liegt und sich immer dann regt, wenn wir uns besonders lebendig fühlen. Wer Sehnsucht hat nach dem Unsichtbaren hinter dem Sichtbaren, wer das Leben liebt mit all seinen Widersprüchlichkeiten und Zerrissenheiten, wer gerne über den Horizont hinaussieht und denkt, der wird sich dieser Geschichte wahrscheinlich sehr zugehörig fühlen.

– Was macht die junge Tala zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Ich schätze ihre pure Lebenslust und ihre Neugier, trotz all dem, was sie in ihrem Leben schon erleiden musste. Ich schätze ihre Menschlichkeit und ihre Abgründe. Sie vereint auf besondere Weise Licht und Schatten, sie ist auf der einen Seite ein offenes Buch und doch verbergen sich in ihr so große Geheimnisse und Kräfte, dass sie oft vor sich selbst Angst hat. Sie ist sehr stark und dennoch verletzlich. Sie vereint die Wiedersprüche, die in uns Menschen nun mal auf sonderbare Weise vereint sind. Aber vor allem ist sie pur. Sie trägt keine Masken.
– Es heißt, die Grundidee zu Ihrer Buchreihe hätten Sie bereits im Jahre 2008 gehabt. Bis zur Veröffentlichung des ersten Bandes vergingen anschließend noch einige Jahre. Wie kam es dazu? Welcher Aufwand steckt generell im Schreiben von Bücher wie denen Ihrer »Vielwelten-Trilogie«?

Das ist eine gute Frage- tatsächlich steckt sehr sehr viel Aufwand darin. Das Schreiben dieser Geschichte begleitet mich täglich (und nächtlich) seit die ersten Ideen und Grundbilder in meinem Bewusstsein auftauchten. Alles- einfach alles, was ich erlebe und sehe, kann ein Zündfunken für den Weitergang dieser Reihe sein. Ich habe zwischen 2008 und 2011 erstmal alles gesammelt, was mir zu dieser Geschichte- ich will es so ausdrücken: 'zugefallen' ist. Ich verbringe sehr viel Zeit damit, Details, Karten, Behausungen, Orte, Figuren, spezifische Ausdrücke, Namen und Sprachen zu zeichnen oder notizenhaft festzuhalten. Manches davon ziehe ich aus der Inspiration durch die Welt in der wir hier leben, anderes taucht einfach auf. Wie innere Bilder. Wie ein Film, der in mir abläuft. Es macht mir großen Spaß tief in diese fremden Welten einzutauchen. Ich fühle mich wie eine Forscherin. Und ohne diese Detail-Arbeit kann und will ich einfach nicht schreiben. Es befriedigt mich nicht, wenn eine Geschichtenerzählung nur zweidimensional ist. Eine Buchhändlerin in einem hiesigen Buchhandel hat es mal sehr treffend ausgedrückt: Sie meinte, dass sie beim Lesen meiner Bücher sich selbstständig, über den Handlungsstrang hinaus, in den Vielwelten umsehen und bewegen kann. Dieses Gefühl habe ich beim Entwickeln und beim Schreiben auch, und ich freue mich, wenn es den Leserinnen und Lesern genauso geht. Es kostet Zeit auf diese Weise zu schreiben, aber es ist gelebte und geliebte Zeit. Ich liebe diese Arbeit. Und es lohnt sich.

– Sie haben Ihre Bücher ohne einen Verlag in Eigenregie via »Books on Demand« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Verlage erleichtern einem die Marketing Arbeit natürlich erheblich. Und auf lange Sicht würde ich mich freuen, wenn ich einen Verlag finde, der zu mir und meinen Büchern passt. Dann hätte ich noch mehr Zeit zum Schreiben. Ich habe mich in den letzten Jahren mit einigen Fachleuten aus der Buchbranche unterhalten und es ist leider so, dass viele, nicht alle, aber viele, der deutschen Verlage, vor allem in der Fantasy- und Science Fiction Sparte, Bestseller aus dem Ausland einkaufen, um auf Nummer sicher zu gehen. Da gibt es wenig Mut zu Innovation und Neuartigem. In einem Fantasy Buch müssen gewisse Elemente enthalten sein, die genau auf die Zielgruppe abgestimmt sind- das mag aus wirtschaftlichen Gründen vielleicht richtig sein- aber so entstehen keine neuen einzigartigen Geschichten! Die Autorinnen und Autoren werden in ihrer Kreativität stark eingeengt- und das spürt man beim Lesen natürlich. Ich wollte mich keinen Zwängen unterwerfen. Mir wurde bereits ein Vertrag bei einem namhaften Verlag angeboten, aber nur wenn ich die Geschichte von Tala stark umgeschrieben hätte. Das hat sich für mich nicht richtig angefühlt. Ich kann ja auch nicht einfach mein Leben umschreiben. Wenn etwas nicht im Sinne der Geschichte ist, werde ich radikal und stelle meine eigenen Karriere- Wünsche hintenan.

– Heutzutage unterbieten sich die Autorinnen und Autoren sehr häufig mit den Preisen ihrer Bücher. Gerade neue Autoren bieten Ihre ersten E-Books sehr häufig für 99 Cent an, um sich möglichst schnell gute Platzierungen in den Suchalgorithmen von Amazon & Co. zu erarbeiten. Ihre Bücher versuchen sich hingegen nicht gänzlich dem »Preisdiktat« des Self-Publisher-Marktes zu unterwerfen. Was halten Sie von der Entwicklung der Buchpreise, die sich in den letzten Jahren vollzogen hat, und warum haben Sie sich dagegen entschieden, dabei mitzumachen?

Ich empfinde den Self-Publishing Markt oft als hysterisch. Ich muss es so sagen. Auch hier wird dir von tausend Fachleuten erzählt, was du tun sollst und was nicht. Natürlich gibt es darunter auch gute Tipps, aber auch dieses Diktat kann einengen, wenn man sich ihm zu stark unterwirft. Wo bleibt da die Freiheit des Wortes, der Kunst und der Kreativität? Vieles an meinen Büchern entspricht nicht ganz der 'Mode', das fängt an bei den Covern und hört auf bei dem Preis. Ich mache einfach mein Ding. Und suche mir meinen eigenen Weg. Und wenn ich über BoD ein paar Cent an meinen Büchern verdienen will, dann kann ich keine 99 Cent pro E-Book verlangen. Dafür sind diese Geschichten zu wertvoll. Es steckt ja auch jahrelange Arbeit in ihnen. Eine professionelle Lektorin und ein Grafikdesigner wollen auch bezahlt werden. Wer Qualität bringt, sollte auch dafür entlohnt werden. Zumindest solange wie wir Autoren noch in einem System leben, in dem wir von dem Erlös unserer Bücher leben müssen.

– Was können wir von der Autorin Maria Hermann in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit Tala weitergehen? Und sind womöglich darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich schreibe an dem nächsten Band der Vielwelten-Trilogie (Tala und der verschollene Weise 2) und hoffe es im kommenden Jahr veröffentlichen zu können. Es gibt noch ein anderes Buchprojekt, aber darüber darf ich noch nicht sprechen. Außerdem werde ich in nächster Zeit mit einigen Kurzgeschichten und musikalischer Begleitung auf der Bühne stehen. Im Frühjahr will die Buchhandlung Rombach in Freiburg mit mir eine Lesung im Stadttheater machen. Und ich würde mich freuen, beim Lirum Larum Lesefest 2020 hier in Freiburg wieder dabei zu sein. Aktuelle Lesungen und Termine findet ihr auf www.vielwelten.de. Ich freue mich auf Rückmeldungen zu meinen Büchern! Alles Liebe, Maria Hermann

Das Team von Leserkanone.de dankt Maria Hermann für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Interview online lesen: www.leserkanone.de

Artikel vom 28. Oktober 2016 von Bettina Gröber, Badische Zeitung:

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"Tala", das Buch der Freiburgerin Maria Hermann kommt auch auf die Bühne.
Eigentlich ist Maria Hermann Musiktheaterdarstellerin und studiert Psychologie - doch gerade schreibt sie auch an einer Trilogie. Das erste Werk ist bereits erschienen.

Tala und die vergessenen Tore

Angefangen hat alles mit dem sprichwörtlichen Geistesblitz: Im Urlaub 2008 habe sie Tala, die elfjährige Heldin ihres Romans, auf einmal klar und deutlich vor ihrem inneren Auge gesehen, erinnert sich Maria Hermann. Und auch die fantastischen "Vielwelten", in denen Tala ihre Abenteuer erlebt, waren als Vorstellung von Beginn an vorhanden. Dann habe sie einfach drauflos geschrieben.

Drei Jahre lang hat Maria Hermann alle Geschichten rund um Tala gesammelt. Das Schreiben sei ihr leicht gefallen: "Ich habe mich Worten immer schon verbunden gefühlt." Dass aus ihren Erzählungen mal ein Buch werden würde, daran habe sie zunächst gar nicht gedacht. Überhaupt war alles zunächst lediglich "Nebengeräusch" zu Maria Hermanns eigentlicher künstlerischer Arbeit: Die 32-Jährige ist ausgebildete Musiktheaterdarstellerin, von 2004 bis 2007 war sie an der Hamburg School of Entertainment und hat anschließend in verschiedenen Theatern und Produktionen gearbeitet.

2012 zog es Maria Hermann zurück nach Freiburg, wo sie geboren ist: Das Gefühl von Heimat und Wärme, der bekannte Dialekt, das Klima seien Gründe gewesen, die es ihr leicht gemacht hätten, in den Breisgau zurückzukehren. Außerdem wollte sich die Künstlerin ein zweites, solides Standbein schaffen und begann mit dem Psychologiestudium. Den Bachelor hat sie schon in der Tasche, derzeit wartet sie auf die Zulassung zum Masterstudium.

Das Theaterleben habe sie sehr genossen, so Maria Hermann, "da kann man sich in den verschiedenen Rollen ausleben". Aber sie habe auch alle Hochs und Tiefs erlebt, bis hin zu Existenzängsten. Derzeit konzentriere sie sich aufs Studium – und auf ihr Buch. Denn die Geschichte um Tala ist inzwischen bei Books on Demand erschienen, als erster Teil einer geplanten Trilogie. Ein Workshop sei ihre "Initialzündung" gewesen, sagt Maria Hermann, dann sei sie in den berühmten "Flow" beim Schreiben gekommen. Und weil sie von vielen Seiten dazu ermutigt worden sei, habe sie den Schritt zur Veröffentlichung gewagt. Nun kann man in "Tala und die vergessenen Tore" lesen, wie die elfjährige Protagonistin sich aufmacht, gegen finstere Mächte und für die Freiheit der Menschen und ihrer Gedanken zu kämpfen.

Für Tala gibt’s schon ein weiteres Abenteuer: Maria Hermann hat ihr Buch zum Tanz-und Musiktheaterstück umgeschrieben. Ihre Schwester Kathrin Wimmer-Keil hat die Choreografie übernommen und mit Darstellerinnen und Darstellern der Tanzschule, die sie in Staufen leitet, auf die Bühne gebracht.

Maria Hermann hat eine Fantasy-Geschichte beziehungsweise ein modernes Märchen geschrieben, da das Genre ihr viele Möglichkeiten eröffnet: "Solange es in sich logisch ist, kann man sich so ziemlich alles erlauben", meint die Autorin. Inzwischen hat sie schon mit dem zweiten Band der Trilogie begonnen. Wie es mit der Schriftstellerei weitergehe, könne sie noch nicht absehen: "Ich hoffe, dass es Schritt für Schritt vorangeht." Nach wie vor sehe sie sich als Künstlerin, aber sie könne sich auch die Arbeit als Therapeutin gut vorstellen. "Vielleicht", so Maria Hermann, "kann ich ja beides irgendwann verbinden."

Artikel online lesen unter: www.badische-zeitung.de

Am 9.10.2016 erscheint dieser Artikel in "Der Sonntag" in Südbaden:

Tala und die vergessenen Tore

Artikel in der Badischen Zeitung im Oktober 2015

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Im Oktober 2015 erscheint dieser Artikel in der Badischen Zeitung, in welchem die Autorin Maria Hermann (links) die Geschichte von Tala vorstellt und gemeinsam mit der Choreographin und Tänzerin Kathrin Wimmer (rechts) Darsteller/innen für ihr gleichnamiges Tanztheaterprojekt suchen

Tala und die vergessenen Tore

"Offen sein und Spielfreude mitbringen"

BZ-INTERVIEW: Kathrin Wimmer-Keil und Maria Hermann suchen Schauspieler für ein großes Theaterprojekt der Staufener Ballettschule.

STAUFEN. Alle zwei Jahre bringt Kathrin Wimmer-Keil mit ihrer Staufener Ballettschule "Dance Generation" ein Tanztheaterstück auf die Bühne. 2016 wird sie das Großprojekt erstmals gemeinsam mit ihrer Schwester, der Schauspielerin Maria Hermann, bestreiten.
Sie hat das Theaterstück geschrieben. Wie es dazu kam und warum die Schwestern nun ein Casting planen, haben sie Nikola Vogt im Interview erzählt.

BZ: Frau Wimmer-Keil, Frau Hermann, woher stammt die Idee zu dieser "Familien-Produktion"?

Wimmer-Keil: Bei meinen Aufführungen sitzt eigentlich schon immer die ganze Großfamilie mit im Boot – sei es im Bereich Technik, Aufbau oder Dekoration. Nun war es so, dass Maria mir vor einiger Zeit erzählte, dass sie ein Buch geschrieben hat. Ich habe es gelesen und war total begeistert. Zu der Zeit war ich gerade am überlegen, welches Stück wir als nächstes aufführen könnten. Und da kam mir die Idee, Maria zu fragen, ob sie nicht eine Theaterfassung ihres Buches schreiben könnte.

BZ: Und das haben Sie gemacht.

Hermann: Ja. Das war gar nicht so einfach, den Inhalt meines Buches in eine Theaterfassung zu bringen, aber mittlerweile bin ich fast fertig.

BZ: Eigentlich sind Sie ja Schauspielerin. Wie kam es denn überhaupt dazu, dass Sie ein Buch geschrieben haben?

Hermann: Ich hatte die Idee dazu 2008 und habe erst mal zwei Jahre lang nur Material gesammelt und gar nicht gewusst, ob ich es jemals zu Papier bringen würde. Ende 2010 habe ich mich aber doch hingesetzt und angefangen zu schreiben – und dann floss es und hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht.
Wimmer-Keil: Maria hat mir mit 12 schon erzählt, dass sie mal Bücher schreiben wird.
Hermann: Ja, aber dann hatte sich das durch meine Bühnentätigkeit erst mal wieder verloren.

BZ: Können Sie den Inhalt des Buches in wenigen Sätzen zusammenfassen?

Hermann: Es ist ein Jugendroman, in dem es darum geht, dass außer dieser Welt viele Parallelwelten existieren. Es gibt Weltenrisse, durch die man von einer Welt in eine andere gelangen kann. Protagonistin ist Tala, ein elfjähriges Mädchen, das in der Erdenwelt lebt. Sie hat besondere Fähigkeiten, kann jedoch nicht so recht damit umgehen. Eine verborgene Macht zieht die Fäden in Talas Welt. Diese Macht verbietet das Teilen von Wissen. Sie kommt Tala wegen ihrer Fähigkeiten auf die Spur und verfolgt sie. Doch Tala erhält Hilfe von Janus, der einer Rebellengruppe angehört. Er verhilft ihr zur Flucht in die Exilwelt, die gegen die geheime Macht der Erdenwelt ankämpft. Tala erlebt so unglaubliche Abenteuer und kommt nach und nach ihrem eigenen Geheimnis auf die Spur.
BZ: Und diesen Inhalt werden Sie nun mit Tänzern und Schauspielern auf die Bühne bringen. Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen Ihnen beiden?

Wimmer-Keil: Ich kümmere mich mit meinen rund 200 Ballettschülern um den Tanz, den wir bereits seit vier Monaten proben. Maria wird sich um die Schauspielproben kümmern. Und dann werden wir Tanz und Schauspiel verknüpfen, weil die Szenen ineinander überfließen müssen. Es ist eine getrennte Arbeit, die dann zusammengeführt wird. Auch Pia Riesterer, die bei den vergangenen Aufführungen immer den Text geschrieben und das Schauspiel einstudiert hat, ist diesmal wieder mit im Team, um uns bei den Proben zu unterstützen.
Hermann: Da stehen dann kleine Kinder und Über-65-Jährige gemeinsam auf der Bühne. Und alle in diesem großen, großen Ensemble ziehen am gleichen Strang.

BZ: In den Vorjahren haben Sie mit "Momo" oder "Ronja Räubertochter" immer sehr bekannte Werke auf die Bühne gebracht. Diesmal ist der Inhalt des Stücks den Zuschauern völlig neu.

Wimmer-Keil: Ja, das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Die Leute erwarten mittlerweile auch schon einiges von uns. Wir haben positiven Druck. Es wird auf jeden Fall spannend.

BZ: Und noch etwas ist neu: Zum ersten Mal suchen Sie acht bis zehn Schauspieler über ein Casting. Warum?

Wimmer-Keil: Mich haben schon oft Leute angesprochen, die Lust haben, mal bei uns mitzumachen und so bekommen sie jetzt die Möglichkeit.

BZ: Wer kann sich zum Casting anmelden?

Hermann: Wir suchen Laienschauspieler in drei Altersgruppen: Zehn- bis 13-Jährige, da ist auch die Rolle von Tala dabei, 17- bis 25-Jährige und 35- bis 65-Jährige. Es ist schön, wenn jemand schon Schauspielerfahrung hat, aber das ist kein Muss. Mir ist wichtig, dass jemand offen ist und Spielfreude mitbringt. Man sollte sich nicht zu schade ist, auch mal hässlich zu sein und Grimassen zu schneiden.

BZ: Wie wird das Casting ablaufen?

Hermann: Ich werde mit den Jüngeren sehr viel improvisieren und Spiele machen. Bei den älteren Teilnehmern wäre es toll, wenn sie einige Zeilen auswendig gelernten Text zum Casting mitbringen.
Wimmer-Keil: Wir hoffen natürlich, dass so viele wie möglich kommen und wir alle Rollen besetzen können. Es ist einfach ein neuer Versuch. Aber auch wenn jemand zum Casting kommt und keine Rolle bekommt, muss er nicht traurig nach Hause gehen. Es gibt auch Statistenrollen und sowieso viel Drumherum bei unseren Projekten. Wer mitmachen möchte, wird das auf jeden Fall in irgendeiner Weise tun können.

Den Artikel online lesen unter: www.badische-zeitung.de


2. November 2015, Artikel der Badischen Zeitung von Martina Faller:

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In einem Casting mit 16 jungen Talenten wurden Darsteller für die Uraufführung von Tala - das Tanztheater gesucht. Es war ein ereignisreicher und inspirierender Tag für das Team und die Teilnehmer!

Die Situation ist für alle neu und ungewohnt: Für die Tanzlehrerin Kathrin Wimmer-Keil ist es eine Premiere und auch die 16 Mädchen und Jungen kennen Castings bislang nur aus dem Fernsehen. Anders als bei RTL, Pro7 und Sat1 wird das Casting in der Tanzschule Dance Generation in Staufen jedoch zu einer durchweg positiven Erfahrung für alle Beteiligten.

Tala und die vergessenen Tore
Voller Körpereinsatz beim Casting in der Ballettschule mit Maria Hermann (rechts)

"Vergesst, dass ihr bei einem Casting seid", ruft die Schauspielerin Maria Hermann den 14 Mädchen und zwei Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren zu, die sich im Übungssaal der Tanzschule eingefunden haben. "Stellt euch vor, ihr seid eine Theatercompany und versucht einfach Spaß zu haben." Eine kleine Theatercompany – das ist genau das, was die beiden Schwestern Maria Hermann und Kathrin Wimmer-Keil mit Hilfe des Castings zusammenstellen wollen.

Im Mai kommenden Jahres werden sie in einem großen Tanztheaterprojekt einen von Maria Hermann geschriebenen Jugendroman in mehreren Aufführungen auf die Bühne bringen. Und während die rund 200 Tänzer unter der Leitung von Kathrin Wimmer-Keil bereits mit den Proben begonnen haben, gilt es die Schauspielrollen erst noch zu besetzen. Hat Kathrin Wimmer-Keil dafür bisher immer auf ihre Kontakte zu den Festspielen Breisach, Auerbachs Kellertheater und den Theater AGs des Faust-Gymnasiums gebaut, wagt sie dieses Mal den Versuch mit einem Casting.

Doch anstatt eines klassischen Vorsprechens erwartet die Mädchen und Jungen ein Schauspiel-Workshop, für den es nur eine Voraussetzung gibt: "Begegnet einander mit Wohlwollen und habt ein liebevolles Auge auf die anderen. Es ist immer eine Herausforderung und braucht Mut sich auf einer Bühne zu präsentieren", weiß Maria Hermann.

Kurz darauf erfüllen ächzende und stöhnende, jauchzende und frohlockende Laute den Raum. In einer ersten Übung werfen sich die Kinder einen imaginären Ball zu, der auf Zuruf von Maria Hermann seine Beschaffenheit ändert, mal bleischwer, mal luftig leicht, mal glitschig und eklig, mal schön und knuffig ist. Als nächstes sollen sie die "Bühne putzen". "Im Theater bedeutet das, dass die Schauspieler die Bühne bis in alle Ecken ausnutzen sollen", erklärt Hermann.

Kathrin Wimmer-Keil und Pia Riesterer sitzen beobachtend am Rand, machen sich Notizen. Die Casting-Teilnehmer gehen zunächst als neugierige Kinder durch einen Wald, verwandeln sich kurz darauf in einen hochmütigen Raben, um im nächsten Moment als Wolf einem Hasen hinterherzujagen. "Es ist gar nicht leicht, von einer Rolle in die andere zu wechseln", sagt Maria Hermann. Die Aufgaben werden indes noch anspruchsvoller. Paarweise sollen die Kinder nonverbal eine Situation improvisieren. Charlotte und Joschi machen den Anfang. Gestenreich, mit sprechendem Gesichtsausdruck und einer breiten Skala an Tonlagen versucht Charlotte Joschi davon abzuhalten, über eine imaginäre Schlucht zu springen.

Mit viel Fantasie, Kreativität und Spielfreude gehen auch die anderen Paarungen an die Aufgabe heran. Maria Hermann, Kathrin Wimmer-Keil und Pia Riesterer achten derweil auf die Körpersprache der jugendlichen Akteure, darauf, wie sie Anweisungen aufgreifen und Emotionen ausdrücken. "Für mich ist wichtig, ob Energie rüber kommt", sagt Maria Hermann.

Am Ende müssen die Teilnehmer doch noch einige wenige Zeilen Text lernen und vorsprechen, jeder einzeln. 16 Mal heißt es "Bühne frei!", 16 Mal ist die Anspannung zu spüren, das Durchatmen zu hören und das kurze Sich-Sammeln in den Gesichtern genauso abzulesen, wie die Erleichterung, die im wohlwollenden Applaus der anderen ihren akustischen Widerhall findet. "Ich war sehr oft berührt und habe Tränen gelacht", bekundet Pia Riesterer in der Feedback-Runde und auch Maria Hermann lobt, "ihr habt euer Bestes geben, seid gut aus euch rausgegangen und habt die ganze Zeit über super mitgemacht."

Umso schwieriger wird es nun für die drei Jurorinnen eine Entscheidung zu fällen. Zu besetzen gibt es nur drei Rollen: das Mädchen Tala, der Rabe und der Wolf. Zwei Wochen wollen sich die Damen mit ihrer Entscheidung Zeit lassen und dann per E-Mail Bescheid geben, bevor bald die Proben beginnen. "Wenn ihr keine Rolle bekommt, könnt ihr trotzdem mitmachen. Wir brauchen viele Helfer, Statisten und doppelte Besetzungen", tröstet Kathrin Wimmer-Keil. Für sie steht heute schon fest steht: "Das machen wir ab jetzt immer so!" Auch für die Teilnehmer war das Casting eine positive Erfahrung. "Ich war am Anfang ein bisschen nervös, aber dann hat es total viel Spaß gemacht", sagt die zehnjährige Charlotte.

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"Die Proben haben mir total Spaß gemacht"

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DREI FRAGEN AN Charlotte Wunderlich, die die Hauptrolle im neuen Tanztheaterprojekt der Staufener Ballettschule spielt.

Charlotte spielt Tala

STAUFEN. Tala ist Waisenkind und Außenseiterin. Vor Mobbing und Ausgrenzung flieht sie in die Eiswelt und begegnet dort sagenhaften Gestalten: Mehr verrät Charlotte Wunderlich indes noch nicht über ihre Rolle. Die Elfjährige verkörpert die Titelheldin aus dem gleichnamigen Jugendroman von Maria Hermann, den Kathrin Wimmer-Keil für ihr neuestes Tanztheaterprojekt in Staufen adaptierte. BZ-Mitarbeiterin Martina Faller hat sie zwei Wochen vor der Premiere getroffen.

BZ: Charlotte, beim Casting im November warst Du eine der Jüngsten. Hast Du Dich gefreut, als Du den Zuschlag für die Hauptrolle bekommen hast?

Charlotte: Ja, mega. Ich habe gar nicht damit gerechnet. Da waren ja so viele beim Casting und viele, die älter waren als ich. Außerdem hatte ich noch gar nicht so viele Erfahrungen mit der Schauspielerei. Ich habe in meiner Grundschulzeit zwar bei einigen Aufführungen mitgemacht und vergangenes Jahr bei einem Workshop am Stadttheater. Das war aber auch schon alles. Denn bis ich in die Theater-AG am Rotteck-Gymnasium darf, muss ich mich noch ein bisschen gedulden. Die ist leider erst ab der 6. Klasse.

BZ: Im November hast Du mit den Proben begonnen und seither fast jedes Wochenende, oft beide Tage, in die Proben investiert. Wie hast du diese Zeit erlebt?

Charlotte: Die Proben haben mir total Spaß gemacht und ich habe mich immer richtig darauf gefreut. Am Anfang war zwar alles noch neu für mich – das Stück, die anderen Schauspieler, aber wir haben uns schnell gut verstanden und sind jetzt ein richtiges Team. Und zum Glück tue ich mich nicht schwer damit, Text zu lernen. Im Laufe der Zeit sind die Proben immer intensiver geworden und wir proben jetzt auch häufiger. Vor kurzem haben wir angefangen, Schauspiel und Tanz zusammenzuführen und das Stück nimmt konkrete Formen an. Die letzten beiden Wochen machen wir jetzt eigentlich nur noch Durchlaufproben und feilen an Details.

BZ: Es sind jetzt noch rund zwei Wochen bis zur Premiere. Mit welchen Gefühlen blickst Du ihr entgegen?

Charlotte: Ich freue mich vor allem darauf. Klar, bin ich schon auch ein bisschen nervös, aber das wird schon. Je mehr ich mich mit Tala beschäftige und je öfter ich in ihre Rolle schlüpfe, desto besser verstehe ich sie und wie sie handelt. Und jetzt kann ich es kaum noch erwarten sie auf die Bühne zu bringen.

Zur Person: Charlotte Wunderlich (11) geht in die 5. Klasse des Rotteck-Gymnasiums. Neben dem Theaterspielen schwimmt sie gerne, spielt Klavier und tanzt Hip Hop.

"Tala", das Tanztheaterprojekt der Ballettschule Dance Generation, hat am Freitag, 29. April, 19.30 Uhr, in der Belchenhalle Staufen Premiere. Weitere Aufführungen sind am 30. April um 19.30 Uhr und am 1. Mai um 15 Uhr. Vorverkauf beim BZ-Karten-Service (bz-ticket.de/karten oder 0761/496-8888), allen BZ-Geschäftsstellen sowie im Rathaus Staufen. Restkarten sind an den Abendkassen erhältlich.

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  • Autorin Maria Hermann mit Buch: Thomas Kunz

  • Badische Zeitung Oktober 2015: Nikola Vogt

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